Görlitz für Familie

Initiatorin: Prof. Dr. Jutta Blin

Kleine Europäer singen gemeinsam

Kinder, Kinder, Kinder und auch Erwachsene strömten gestern zu Rolf Zuckowski über die Neiße.

Wir sind Kinder – der Stoff, aus dem die Zukunft ist“, klingt es noch lange nach in den Köpfen der rund tausend Leute, die sich gestern Nachmittag zum Zgorzelecer Dom Kultury aufmachten. Denn 150 Kinder aus deutschen und polnischen Chören waren es, die gemeinsam mit dem Liedermacher Rolf Zuckowski seine Lieder sangen und ihren Zuhörern einen gemütlichen Wochenendausklang bescherten.

Der Kattowitzer Chor „Die Sonnigen“, die „Chilis-Licis“, der deutsch-polnische Gemeinschaftschor aus Lindenberg und Cigacice, der Chor der Musikschule Zgorzelec und die kleinen Sänger des Görlitzer Theaters, des Augustum-Annen-Gymnasiums sowie der Grundschulen 1 und Königshufen hatten schon seit dem Morgen mit Zuckowski geprobt. In glühender Hitze gaben sie nun, ein paar Stunden später, auf der Treppe des Kulturhauses unter vielen bunten Luftballons gemeinsam ihr Bestes. Sangen den „Zahnlückenblues“ und vom Schulbusfahren, vom schlechten Benehmen auf dem Schulhof, aber auch von den typischen Marotten ihrer Eltern. Vor allem die Gemeinsamkeit über Grenzen hinweg war Zuckowski wichtig. Und so sangen die vielen kleinen Europäer gemäß dem Konzerttitel „Europa Kinderland“ auch von der Freundschaft, die Kinder leichter schließen als Erwachsene, doch denen sie gern ein Vorbild sind.

„Toll, dass sie wirklich alles auf Deutsch und Polnisch singen“, unterhielten sich Frauen im Publikum vorm Dom Kultury. Selbstverständlich sei es, für diesen Anlass „rüber nach Zgorzelec“ zu gehen, sagten andere. Die vielen Kinder, die nicht vorn auf der Bühne standen, sangen bekannte Lieder lauthals mit oder klatschten im Takt dazu, und die ganz Kleinen tanzten und rannten auf der Wiese umher.

Rettung in letzter Minute

„Gut, dass alles geklappt hat“, sagte erleichtert Matthias Krick vom Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec, der das Konzert veranstaltet hat. Denn eigentlich sollte ja alles auf der Freilichtbühne stattfinden, wäre die nicht wegen eines Unfalls gesperrt worden. „Rund 100 Görlitzer Unternehmen, Vereine, Institutionen und Privatpersonen haben uns großartig unterstützt, das Konzert zu retten.“ Sowohl Görlitzer als Zgorzelecer, beide Seiten zu gleichen Teilen, hätten sich sehr dafür eingesetzt. Im Publikum aber war es leider wie so oft bei deutschen Veranstaltungen in Zgorzelec. Zwar hörten Zuckowskis Chören auch polnische Familien zu, doch der größere Teil kam von deutscher Seite. Dennoch könne eine solche Chorbegegnung dazu beitragen, dass Polen und Deutsche immer näher zueinander fänden, sagte Krick. Und in diesem Sinne sang auch Rolf Zuckowski mit allen 150 Kindern am Ende von „Liedern, die wie Brücken sind“, bevor alle gemeinsam ein Fest feierten, später nach Görlitz Eis essen gingen und da ein kleines Zusatzkonzert gaben.


Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 13. Juni 2007
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